Lange Wege führen zum Ziel

Überschrift – Lemosho-Tour Tag 2, Samstag, 18. Juli

Ich wurde zwar immerhin auf einer Höhe von 515 m ü. NN geboren und wuchs in Sichtweite der Schweizer Alpen auf, mit Bergen hatte ich aber trotzdem nie etwas zu tun.
Wie also bereitet man sich auf eine Höhe von knapp 6.000 Metern in einem zentralafrikanischem Land und den Weg dorthin vor?

1. Ausdauer

Jede/r angehende Kilimanjaro-Bezwinger/in muss in der Lage sein, bis zu 12 Stunden am Stück und mit einigen Kilo auf dem Rücken bergauf zu gehen.
Meine Mitbesteigerin Monika ist eh jedes Wochenende in den Bergen und Werner vertraute neben körperlicher Fitness zusätzlich auf künstliches Höhentraining. Ich selbst halte von letzterer Methode nur sehr wenig und bin der Meinung, dass man die Höhe entweder packt oder eben nicht. Also trainierte ich meine körperliche Ausdauer und damit gleichzeitig auch Leidensfähigkeit.

Denn da war ja noch ein zweites zu erreichendes Ziel für 2009:
die erfolgreiche Teilnahme am Kölner Marathon.

Seit August 2008 hieß es also laufen, laufen und weiter laufen. Beginnend mit dem Business Run Cologne 2008 und Nikolauslauf kämpfte ich mich bis zum Bonner Halbmarathon – immer schneller und immer ausdauernder.
Mein persönlicher Trainer verpasste mir einen Trainningsplan (4x die Woche laufen) an den ich mich weitgehend hielt. Dazwischen gab es kleine Ausflüge in die Eifel oder durch’s Siebengebirge, um mich an die Ausrüstung zu gewöhnen und v.a. die neuen Wanderstiefel einzulaufen.

Ach ja, den Marathon habe ich am 4. Oktober übrigens geschafft.

2. Gesundheit

Impfen oder nicht und wenn ja was alles? Während Gelbfieber, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Masern, Typhus und Hepatitis A/B noch irgendwie selbstverständlich sind, kann der (Über)Vorsichtige mit Spritzen gegen Tollwut, Meningokokken-Meningitis und sogar Cholera weitermachen. Danach gilt es nur noch die Frage nach dem Malaria-Schutz beantworten ...

Kleiner Tipp am Rande:
Für Reisende aus dem Großraum Köln lohnt es sich bei der Reisepraxis im Globetrotter-Laden vorbeizusehen, denn hier gibt's nicht nur kompetente Beratung, sondern auch alle Impfstoffe auf Lager. Ansonsten kann man sich z.B. auf der Suche nach Rabipur auf eine Apotheken-Odysee gefasst machen.

Den Kampf gegen Malaria nahm ich mit der täglichen prophylaktischen Einnahme von Malarone auf – übrigens ohne Anzeichen von Nebenwirkungen. Die fiese Anopheles-Mücke wurde ab dem späten Nachmittag mit DEET-haltigen Mittelchen von NoBite und Careplus verscheucht. Riecht etwas kräftig und löst Kunststoffe auf, hilft aber zuverlässig. Na ja, die erste Mücke hat mich trotzdem bereits am 2. Abend erwischt.

3. Reiseveranstalter

Oh je sag ich nur - Reiseanbieter und dementsprechend verschiedenste Angebote ohne Ende. Sechs, sieben oder acht Tage Lemosho-Tour, Krater-Übernachtung inklusive oder eben nicht, Stühle und Tische ja/nein, mit oder ohne Träger und wenn ja wieviele, anschließend noch Safari oder Strandurlaub auf Sansibar oder beides, usw.???

V.a. die Trägerfrage ist das verwirrendste Problem überhaupt. Auch unser deutscher Reiseveranstalter, den ich nicht weiterempfehlen werde, hat uns da etwas im Stich gelassen, da er Touren zuerst einmal ohne Träger anbietet und der Tourist selbst über Anzahl und Entlohnung bestimmt darf.
Letztendlich wurde die Frage vor Ort zusammen mit seinen dortigen Kontakten Valerian und Jamaica innerhalb von Sekunden entschieden: zwei Träger pro Nase à 10 Euro pro Tag und gut is. Wir haben dann noch etwas Trinkgeld draufgepackt und Ausrüstung verschenkt und alle waren glücklich und zufrieden (ehrlich!).

Die Tour selbst war einfach (Jamaica: „The simple way”), heißt: keine Stühle, keine Tische, kein privates Klozelt, keine Flauschedecken, kein Fernseher. Einfach nur anständige Zelte, super Essen und hilfsbereite Leute. Was will man mehr?



Wer noch auf der Suche nach einem Tour-Organisator ist, dem kann ich mit allerbestem Gewissen meine beiden Jungs in Tanzania empfehlen, die selbst unabhängig Touren anbieten.
Der immer freundliche Valerian spricht ausgezeichnet Englisch und organisiert alles, von der Unterkunft über Safaris bis hin zu Sonderwünschen, wie z.B. eine spontane Brauereibesichtigung.
Jamaica kann auf 30 Jahre Kilimanjaro-Erfahrung zurückblicken und ist selbst Ausbilder für Guides. Er war in jedem Camp bekannt und ich habe ihm absolut vertraut. Bei Interesse also einfach die beiden per E-Mail (English, please) anschreiben: valeriank2001@yahoo.co.uk



4. Sonstiges

Noch ein paar Punkte, die man beachten kann:

  1. Ethiopian Airlines fliegt oft, ist aber unbequem
  2. Visa holt man sich bei der Ankunft am Flughafen ab, da billiger
  3. Bloß nicht zu viele Dollar mitnehmen, besser vor Ort in Tanzanian Shilling tauschen
  4. Es existieren auch Geldautomaten
  5. Safari Lager schmeckt besser als Kilimanjaro Lager

Also dann: Flug buchen, Sachen packen und los geht's!